Materialwissen

EPS vs. Mineralwolle beim Tackersystem: WLG 035, 040 & 045 im Vergleich

Welche Dämmplatte ist die richtige für Ihr Tackersystem-Projekt? EPS WLG 040 ist der Klassiker — günstig, druckfest, feuchtebeständig. WLG 035 spart Aufbauhöhe und bietet mehr Dämmleistung, kostet aber mehr. Mineralwolle überzeugt beim Schallschutz im Mehrfamilienhaus. Diese Seite vergleicht alle Varianten mit konkreten λ-Werten, Druckfestigkeiten und Preisen.

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EPS WLG 035 / 040 / 045 & Mineralwolle
Tabelle mit λ, Druckfestigkeit & Preis

Verfügbare Dämmplatten für das Tackersystem

Dämmplatten im Überblick

  • EPS-Faltplatte WLG 045 — λ = 0,045 W/mK, Druckfestigkeit 4.000 kPa
  • EPS-Faltplatte WLG 040 — λ = 0,040 W/mK, Druckfestigkeit 5.000 kPa
  • EPS-Faltplatte WLG 035 — λ = 0,035 W/mK, Druckfestigkeit 10.000 kPa
  • Mineralwolle-Dämmplatte WLG 040 — λ = 0,040 W/mK, diffusionsoffen
  • Hohlkammer-Verlegeplatte PP — λ = 0,040 W/mK, integriertes Tackersystem

Was Sie vor der Wahl klären müssen

  • Nutzungsart klären: Wohnraum, Gewerbe, Nassraum — bestimmt Druckfestigkeit und Feuchtebeständigkeit
  • Schallschutzanforderung prüfen: Mehrfamilienhaus erfordert oft Mineralwolle nach DIN 4109
  • Verfügbare Aufbauhöhe bestimmen: beeinflusst die Wahl zwischen WLG 035 und 040
  • Normanforderungen nach GEG und DIN EN 1264 für R-Wert prüfen

Dämmplatten-Varianten im Vergleich

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EPS vs. Mineralwolle: Grundlegender Unterschied: EPS (expandiertes Polystyrol) und Mineralwolle unterscheiden sich in vier wesentlichen Eigenschaften: Wärmeleitfähigkeit, Druckfestigkeit, Feuchtebeständigkeit und Schallschutz. EPS ist druckfest, feuchtebeständig und preisgünstig — ideal als Unterlage für den feuchten Zementestrich. Mineralwolle ist diffusionsoffen und dämpft Trittschall besser, ist aber feuchteempfindlicher und erfordert besondere Verlegesorgfalt. Für das Tackersystem wird standardmäßig EPS verwendet, da der Nassestrpich-Prozess Feuchtebeständigkeit voraussetzt.

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EPS WLG 045: Einstieg, günstig, für leichte Nutzlasten: EPS WLG 045 hat eine Wärmeleitfähigkeit von 0,045 W/mK — die schwächste der drei Klassen. Druckfestigkeit: 4.000 kPa. Für Wohnräume mit normaler Nutzlast (max. 2 kN/m²) ist das ausreichend. Der Nachteil: Für R = 1,25 m²K/W (GEG Neubau über Keller) werden 56 mm benötigt — 6 mm mehr als bei WLG 040. Preis: ab 2,56 €/m². Einsatz: ältere Sanierungen, gut gedämmte Böden, wenn die Aufbauhöhe kein Problem darstellt.

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EPS WLG 040: Standard für Neubau und Sanierung: EPS WLG 040 ist die am häufigsten verwendete Tackersystem-Platte. Wärmeleitfähigkeit: 0,040 W/mK. Druckfestigkeit: 5.000 kPa. Für R = 1,25 m²K/W werden 50 mm benötigt. Die Rollbahn-Variante (WLG 040) eignet sich für große Flächen ohne viele Schnitte. Preis: ab 2,43 €/m². Einsatz: alle Standardanwendungen im Wohnungsbau, Neubau über Keller und Erdreich, Gewerbeflächen mit normaler Nutzlast.

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EPS WLG 035: Beste Dämmung, höchste Druckfestigkeit: EPS WLG 035 bietet die beste Wärmedämmleistung unter den EPS-Varianten: λ = 0,035 W/mK. Druckfestigkeit: 10.000 kPa — doppelt so hoch wie WLG 040. Für R = 1,25 m²K/W reichen rechnerisch 44 mm. In der Praxis werden 45–50 mm verwendet. Einsatz: wenn Aufbauhöhe knapp ist, wenn hohe Drucklasten auftreten (Gewerbe), oder wenn eine besonders effiziente Dämmung gewünscht wird. Preis: ab 3,44 €/m² — ca. 40 % teurer als WLG 040.

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Mineralwolle WLG 040: Wann sie sinnvoll ist: Mineralwolle WLG 040 (λ = 0,040 W/mK) ist die erste Wahl, wenn Schallschutz nach DIN 4109 gefordert wird — typischerweise im Mehrfamilienhaus. Der Trittschall-Dämmwert ist besser als bei EPS, da die Fasern Körperschall stärker absorbieren. Nachteil: Mineralwolle ist feuchteempfindlich und muss während der Estricharbeiten besonders geschützt werden. Sie ist teurer als EPS und wird seltener als Tackersystem-Unterlage eingesetzt. Empfehlung: nur bei dokumentierten Schallschutzanforderungen.

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Hohlkammer-Verlegeplatte PP: Kombisystem ohne Rasterfolie: Die Hohlkammer-Verlegeplatte aus Polypropylen (PP) kombiniert Dämmung und Verlegeprofil in einem Bauteil: Das Heizrohr wird direkt in die Hohlkammern eingedrückt — keine separate Rasterfolie nötig. Wärmeleitfähigkeit: λ = 0,040 W/mK. Die Platte ist feuchtebeständig, formstabil und für anspruchsvolle Projekte geeignet. Preis: ab 8,52 €/m² — deutlich teurer als EPS, aber ohne Folie und mit schnellerer Verlegung. Einsatz: Renovierung mit beengtem Platz, höherwertige Projekte, wenn präzise Rohrlage gewünscht wird.

Häufige Fragen zur Dämmplatten-Wahl

WLG 035 ist die bessere Wärmedämmung: Bei gleicher Dicke ist der Dämmwert ca. 12–15 % besser. WLG 035 hat auch eine höhere Druckfestigkeit (10.000 kPa vs. 5.000 kPa). Der Nachteil: WLG 035 kostet ca. 40 % mehr. Empfehlung: WLG 040 für Standardanwendungen, WLG 035 wenn Aufbauhöhe knapp oder Drucklasten hoch sind.
Standardmäßig EPS. Mineralwolle wird nur eingesetzt, wenn DIN 4109 (Schallschutz) dies erfordert — typisch im Mehrfamilienhaus. EPS ist feuchtebeständiger, druckfester und günstiger. Für Einfamilienhäuser und Gewerbebauten ist EPS immer die erste Wahl.
WLG steht für Wärmeleitfähigkeitsgruppe und entspricht dem Rechenwert λ in W/(mK): WLG 035 = 0,035, WLG 040 = 0,040, WLG 045 = 0,045. Je kleiner der Wert, desto besser die Dämmwirkung. Für R = 1,25 m²K/W braucht man: WLG 045 → 56 mm, WLG 040 → 50 mm, WLG 035 → 44 mm.
Für Wohnraum (Nutzlast bis 2 kN/m²) reicht EPS WLG 040 mit 5.000 kPa. Für Gewerbe (bis 5 kN/m²) empfiehlt sich WLG 035 mit 10.000 kPa. EPS WLG 045 mit 4.000 kPa ist für leichte Nutzlasten ausreichend, aber nicht für Gewerbeanwendungen geeignet.
Ja. EPS (expandiertes Polystyrol) ist von Natur aus feuchtebeständig und nimmt keine Feuchtigkeit auf. Das macht es zur idealen Unterlage für den Zementestrich-Nassverfahren. Mineralwolle hingegen muss während des Estrichprozesses besonders vor Durchfeuchtung geschützt werden.
EPS WLG 040 Faltplatte kostet ab 2,43 €/m², WLG 035 ab 3,44 €/m² — ein Aufpreis von ca. 1,00 €/m² oder 40 %. Bei 50 m² Fläche entspricht das ca. 50 € Mehrkosten. Dieser Aufpreis lohnt sich, wenn Aufbauhöhe knapp ist oder hohe Druckfestigkeit benötigt wird.
Theoretisch ja, in der Praxis wird das selten gemacht. Häufiger wird in Mehrfamilienhäusern eine kombinierte Platte aus EPS und Mineralwolle (WTH-Platte) eingesetzt, die beide Eigenschaften vereint. Für das Tackersystem empfiehlt sich immer eine einheitliche Plattenart pro Fläche für planebene Verlegung.

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