Montageanleitung

Fußbodenheizung Klettsystem verlegen: Schritt-für-Schritt Anleitung

Das Klettsystem Dünnschichtsystem lässt sich ohne Spezialwerkzeug verlegen: Klettvlies ausrollen, Heizrohr eindrücken, fertig. Diese Anleitung führt Sie durch alle 8 Schritte — von der Untergrundvorbereitung bis zur Druckprüfung — mit konkreten Maßen, Toleranzen und Fehlerhinweisen.

⏱ 12 Min. Lesezeit
DIY-fähig ab Schritt 1
8 Schritte detailliert

Materialien & Voraussetzungen

Benötigte Materialien

  • Klettsystem Slim (2 mm) oder Klettsystem Silent (5 mm) Klettvlies
  • KLETT PE-RT EVOH Heizrohr 14×2 mm oder 16×2 mm
  • Randdämmstreifen (Mindestbreite 8 cm, selbstklebend)
  • EPS-Wärmedämmung WLG 031 (Stärke gemäß EnEV/GEG)
  • Spachtelmasse (Aufbau 25–30 mm, nur durch Fachbetrieb)
  • Wassermanometer für Druckprüfung (Prüfdruck 3 bar)

Voraussetzungen vor dem Verlegen

  • Untergrundebene ≤ 3 mm auf 2 m (Richtscheit prüfen)
  • Untergrund trocken und tragfähig — kein Restfeuchte > 2 % CM
  • Bei Holzuntergründen: Holzfeuchte ≤ 15 % (Messgerät nutzen)
  • Wärmedämmung gemäß GEG bereits verlegt
  • Heizkreisverteiler montiert und Rohrlängen geplant (max. 100 m/Kreis)

Klettsystem verlegen: 8 Schritte

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Schritt 1: Untergrundvorbereitung: Prüfen Sie den Untergrund mit einem 2-m-Richtscheit auf Ebenheit — Toleranz max. 3 mm. Unebenheiten über 3 mm vor dem Verlegen ausgleichen (Spachtelkompound). Der Untergrund muss trocken (Restfeuchte Zementestrich ≤ 2 % CM, Anhydrit ≤ 0,5 % CM) und frei von Staub, Öl oder losen Partikeln sein. Tragfähigkeit sicherstellen: mindestens 20 kN/m².

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Schritt 2: Wärmedämmung verlegen: EPS-Platten WLG 031 mit linearem Versatz (mind. 20 cm Versatz der Fugen) verlegen. Stöße mit Klebeband sichern, damit das Klettvlies später plan aufliegt. Stärke nach GEG: bei unbeheiztem Untergeschoss mind. 100 mm, bei Erdreich mind. 120 mm. Platten dürfen keine Hohlräume bilden — ggf. mit Sand oder Ausgleichsmasse unterfüttern.

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Schritt 3: Randdämmstreifen anbringen: Selbstklebenden Randdämmstreifen umlaufend an allen Wänden, Türzargen und Säulen anbringen. In Raumecken den Streifen einschneiden und überlappen — keine Lücken. Der Streifen verhindert Wärme- und Schallbrücken und nimmt die thermische Ausdehnung des Estrichs auf. Nach dem Estrichhärten den überstehenden Anteil bündig abschneiden.

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Schritt 4: Klettvlies ausrollen: Klettsystem Vlies von einer Raumseite zur anderen ausrollen. Schutzfolie der Klebeschicht abziehen und das Vlies plan auf die Dämmung drücken — empfohlen mit einem Besen oder Glattwalze. Bahnen mit mind. 5 cm Überlappung verlegen. Das Vlies haftet selbst auf EPS; auf sehr rauem Untergrund ggf. mit doppelseitigem Klebeband sichern. 20 cm Abstand zur Wand einhalten — dort liegt der Randdämmstreifen.

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Schritt 5: Heizrohr eindrücken: PE-RT EVOH Heizrohr (14×2 mm oder 16×2 mm) gemäß Verlegeplan in das Klettvlies eindrücken — kein Spezialwerkzeug nötig, die Kletthaken halten das Rohr. Üblicher Rohrabstand: 10 cm (= 10 m Rohr/m²). Biegeradius mindestens das 5-fache des Rohraußendurchmessers (≥ 7 cm bei 14 mm Rohr). Kehren nicht auf Stoßfugen der Dämmplatten legen. Rohrlänge je Heizkreis max. 100 m einhalten.

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Schritt 6: Verteileranschluss & Dokumentation: Heizrohre am Verteiler anschließen. Jeden Heizkreis beschriften (Raumbezeichnung + Länge). Durchflussanzeiger am Verteiler prüfen — alle Kreise müssen fließen. Belegungsplan mit Rohrverlauf fotografisch dokumentieren (Pflicht für spätere Bohrarbeiten). Vorlauf- und Rücklauffühler anschließen.

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Schritt 7: Druckprüfung: Jeden Heizkreis einzeln mit Wasser befüllen und entlüften. Gesamtanlage auf 3 bar Prüfdruck bringen und 10–15 Minuten je Heizkreis halten. Der Druck darf nicht abfallen. Ergebnis protokollieren (Druckprüfprotokoll ist Voraussetzung für Garantieansprüche und Estricharbeiten). Bei Druckabfall sofort Leckstelle lokalisieren und Rohr austauschen.

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Schritt 8: Spachtelmasse aufbringen: Überdeckung des Heizrohrs mit Spachtelmasse oder Estrich: mindestens 10 mm über Rohr, empfohlen 25–30 mm Gesamtaufbau (Dünnschicht). Nach dem Aufbringen Nagelwalze einsetzen, um Lufteinschlüsse zu entfernen. Estrich während der Erhärtungsphase vor Zug schützen. Aufheizprotokoll gemäß DIN EN 1264-4 einhalten.

Estrich und Spachtelmasse: Fachbetrieb erforderlich

Das Aufbringen von Spachtelmasse und Estrich über der Fußbodenheizung muss durch einen zertifizierten Estrichleger erfolgen. Falsche Mischungsverhältnisse, ungleichmäßige Auftragsstärke oder fehlende Dehnungsfugen können zu Rissen und dauerhaften Schäden am System führen. Das Druckprüfprotokoll muss dem Estrichleger vor Beginn der Arbeiten vorliegen.

Häufige Fragen zur Klettsystem Verlegung

Schritte 1–7 (Untergrund, Dämmung, Vlies, Rohr, Anschluss, Druckprüfung) sind als versierten DIY-Handwerker durchführbar. Schritt 8 (Spachtelmasse/Estrich) muss zwingend durch einen Fachbetrieb erfolgen — fehlerhafte Überdeckung führt zu Rissen und erlischt die Garantie.
Standardabstand ist 10 cm (= 10 m Rohr pro m²). In Randzonen oder Bädern empfiehlt sich 7,5 cm für höhere Heizleistung. Bei gut gedämmten Neubauten (KfW 55) reicht 15 cm. Das Klettsystem Vlies erlaubt jeden Abstand ohne vordefinierte Rasterung.
Erfahrene Heimwerker schaffen 20–30 m²/h für das Vlies- und Rohrverlegen. Eine 20-m²-Fläche ist also in 1–2 Stunden fertig verlegt (ohne Dämmung und Estrich). Die Druckprüfung dauert zusätzlich ca. 30 Minuten.
Der Prüfdruck beträgt 3 bar (= 1,5-facher Betriebsdruck bei 2 bar). Der Druck muss 10–15 Minuten pro Heizkreis gehalten werden. Das Protokoll muss vor der Estricharbeit vorliegen und wird für eventuelle Garantieansprüche benötigt.
Das Verlegeprinzip ist identisch — beide Varianten werden durch Eindrücken in das Klettvlies befestigt. Der Unterschied liegt im Vlies selbst: Slim ist 2 mm dünn für minimalen Aufbau, Silent ist 5 mm stark und dämpft Trittschall um 28 dB. Das Rohr wird bei beiden Varianten gleich verlegt.
Das Klettsystem Vlies haftet durch eine Selbstklebeschicht auf der Unterseite direkt auf der EPS-Dämmung. Auf sehr rauem oder unebenem Untergrund empfiehlt sich zusätzlich doppelseitiges Klebeband an den Bahnenstößen. An Wandanschlüssen ist keine gesonderte Befestigung nötig — der Randdämmstreifen übernimmt die Abgrenzung.
Mindestbiegeradius: 5× Rohraußendurchmesser. Beim 14-mm-Rohr also mindestens 70 mm, beim 16-mm-Rohr mindestens 80 mm. Kältere Umgebungstemperaturen erhöhen die Steifigkeit des Rohrs leicht — bei unter 10 °C kurz mit warmem Wasser erwärmen.

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