Planungswissen

Tackersystem Aufbauhöhe: EPS-Dicke, Estrich & DIN 18560 erklärt

Wie hoch wird der Fußbodenaufbau beim Tackersystem? Die Antwort hängt von drei Schichten ab: EPS-Dämmplatte, Rohrdurchmesser und Estrichüberdeckung. Diese Seite erklärt die Formel, zeigt typische Aufbauten von 71 mm bis 111 mm und erklärt, welche EPS-Dicke das GEG für Neubau, Keller und Erdreich vorschreibt.

⏱ 10 Min. Lesezeit
Norm-konform nach DIN 18560 & GEG
Berechnungsbeispiele für 4 Aufbauten

Was Sie für die Berechnung brauchen

Materialien mit Einfluss auf die Aufbauhöhe

  • EPS-Faltplatte WLG 040, 30 mm (Standard Neubau über Keller)
  • EPS-Faltplatte WLG 035, 25 mm (für knappe Aufbauhöhen)
  • PE-RT Heizrohr 16×2 mm (Rohrdurchmesser geht in Berechnung ein)
  • Zementestrich CT (Mindestüberdeckung 45 mm über Rohr)
  • Randdämmstreifen (Höhe = EPS + Rohrdurchmesser + Estrich + Belag)

Voraussetzungen für die Planung

  • Lichtes Raummaß bekannt — Aufbauhöhe darf nicht unter Türrahmen kommen
  • Nutzungsart geklärt: Wohnraum, Gewerbe, Bad — beeinflusst Druckfestigkeit der EPS-Platte
  • Bauphysikalische Anforderung bekannt: Neubau über Keller/Erdreich benötigt R ≥ 1,25 m²K/W
  • DIN EN 1264 und DIN 18560 als Normgrundlage berücksichtigt

Aufbauhöhe berechnen: 6 Schritte

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Schritt 1: Formel & Grundprinzip: Die Gesamtaufbauhöhe des Tackersystems ergibt sich aus drei Schichten: EPS-Dicke + Rohrdurchmesser + Estrichüberdeckung über dem Rohr. Formel: H_gesamt = EPS + D_Rohr + Überdeckung. Beispiel: 30 mm EPS + 16 mm Rohr + 45 mm Estrich = 91 mm Gesamtaufbau. Hinzu kommen Rasterfolie (ca. 0,5 mm, vernachlässigbar) und der Belag (Fliese, Parkett etc.).

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Schritt 2: EPS-Dicke nach GEG und DIN EN 1264: Die EPS-Dicke wird durch die bauphysikalische Anforderung bestimmt, nicht durch die Aufbauhöhe allein. Für Neubauten über unbeheiztem Keller oder Erdreich gilt: R ≥ 1,25 m²K/W (Wärmedurchlasswiderstand der Dämmschicht). Bei EPS WLG 040 (λ = 0,040 W/mK) entspricht das einer Mindestdicke von 50 mm (R = 50/0,040 = 1,25). Bei EPS WLG 035 (λ = 0,035) reichen 44 mm für denselben R-Wert. Für den Bereich über beheiztem Keller genügt R ≥ 0,75 m²K/W — also ca. 30 mm EPS WLG 040.

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Schritt 3: Estrich-Mindestüberdeckung nach DIN 18560: Die Estrichüberdeckung über dem Rohr ist normativ festgelegt. Für Zementestrich (CT) gilt: mindestens 45 mm über dem Rohrscheitel. Für Anhydritestrich (CA) sind mindestens 30 mm zulässig. Bei erhöhter Flächenlast (> 3 kN/m², z. B. Gewerbe) mindestens 55 mm. Die Gesamtestrichhöhe (Rohr + Überdeckung) berechnet sich dann: 16 mm Rohr + 45 mm = 61 mm Estrich über der Rohrunterseite, bzw. 16 mm + 45 mm = unterkante EPS bis OK Estrich: 30 mm EPS + 16 mm Rohr + 45 mm = 91 mm gesamt.

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Schritt 4: Beispielberechnungen für typische Aufbauten: Aufbau 1 (Neubau, beheizter Keller, Standard): EPS WLG 040, 30 mm + 16 mm Rohr + 45 mm Estrich = 91 mm. Aufbau 2 (Neubau, über Erdreich, GEG-konform): EPS WLG 040, 50 mm + 16 mm Rohr + 45 mm Estrich = 111 mm. Aufbau 3 (knappe Aufbauhöhe, Sanierung): EPS WLG 035, 25 mm + 16 mm Rohr + 45 mm Estrich = 86 mm Minimum. Aufbau 4 (Anhydrit, sehr knapp): EPS WLG 035, 25 mm + 16 mm Rohr + 30 mm CA = 71 mm.

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Schritt 5: Heizleistung und EPS-Dicke: Die EPS-Dicke beeinflusst nicht nur die Aufbauhöhe, sondern auch die Heizleistung. Eine dünnere EPS-Platte mit niedrigerem R-Wert lässt mehr Wärme nach unten abstrahlen — das verringert die Effizienz. Beispiel: Bei EPS 25 mm WLG 040 (R = 0,625) gehen ca. 20–25 % mehr Wärme nach unten verloren als bei EPS 50 mm (R = 1,25). Für die maximale Heizleistung nach oben (ca. 70–90 W/m² bei 15 cm Abstand, 40 °C Vorlauf, 30 mm EPS) ist der R-Wert nach oben durch den Estrich und Belag begrenzt.

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Schritt 6: Randdämmstreifen und Dehnfugen: Der Randdämmstreifen muss die gesamte Aufbauhöhe inklusive Belag abdecken: EPS + Rohrdurchmesser + Estrich + Belagdicke. Bei 91 mm Aufbau und 10 mm Fliese also mindestens 101 mm Streifenhöhe. Dehnungsfugen sind nach DIN 18560 bei Flächen über 40 m² oder bei Seiten über 8 m Pflicht. Bei L- oder T-förmigen Räumen immer an der Einschnürung eine Dehnungsfuge vorsehen.

Häufige Fragen zur Tackersystem Aufbauhöhe

Die absolute Mindestaufbauhöhe beträgt 86 mm: EPS WLG 035 mit 25 mm + 16 mm Rohr + 45 mm Zementestrich (CT). Mit Anhydritestrich (CA, 30 mm Mindestüberdeckung) sind theoretisch 71 mm möglich, aber CA-Estrich ist teurer und feuchtigkeitsempfindlicher.
Für Neubauten über unbeheiztem Keller oder Erdreich schreibt das GEG einen Wärmedurchlasswiderstand R ≥ 1,25 m²K/W vor. Mit EPS WLG 040 (λ = 0,040) sind das mindestens 50 mm. Mit EPS WLG 035 (λ = 0,035) reichen 44 mm rechnerisch — praktisch empfiehlt sich 45 oder 50 mm.
Nach DIN 18560 mindestens 45 mm Zementestrich (CT) über dem Rohrscheitel. Bei Anhydritestrich (CA) mindestens 30 mm. Bei erhöhter Flächenlast (Gewerbe, > 3 kN/m²) mindestens 55 mm CT. Diese Werte sind Mindestwerte — mehr ist keine Normverletzung, erhöht aber die Aufbauhöhe.
Ja. Bei gleichem R-Wert-Ziel (R = 1,25 m²K/W) benötigt WLG 035 nur 44 mm statt 50 mm bei WLG 040 — das spart 6 mm Aufbauhöhe. Bei niedrigerem R-Ziel (über beheiztem Keller, R = 0,75) reichen mit WLG 035 bereits 26 mm statt 30 mm. EPS WLG 035 kostet jedoch ca. 40 % mehr als WLG 040.
Ja, beim lichten Raummaß zählt die gesamte Aufbauhöhe von UK Rohboden bis OK Fertigboden: EPS + Rohr + Estrich + Kleber/Trittschalldämmung + Belag. Eine 10-mm-Fliese mit 5 mm Kleber kommt zum 91-mm-Aufbau hinzu — Gesamthöhe dann 106 mm. Türhöhen und Türzargen müssen das berücksichtigen.
Für Wohnraum reicht EPS WLG 040 mit 5.000 kPa Druckfestigkeit. Für Gewerbe (> 3 kN/m²) empfiehlt sich EPS WLG 035 mit 10.000 kPa. EPS WLG 045 mit 4.000 kPa ist ausreichend für leichte Nutzlasten (Wohnraum, max. 2 kN/m²). Die Druckfestigkeit muss die Last aus Estrich + Nutzung dauerhaft aufnehmen.
Maßgeblich sind: DIN EN 1264 (Fußbodenheizung, Systemanforderungen), DIN 18560 (Estricharbeiten im Bauwesen, Estrichdicken), DIN 4109 (Schallschutz), GEG (Gebäudeenergiegesetz, Dämmdicken) und DIN 18202 (Toleranzen für die Ebenheit des Untergrunds). Bei Planung durch Fachbetriebe ist die Einhaltung dieser Normen Pflicht.

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