Was brauche ich? Material, Werkzeug & Untergrundanforderungen
Benötigtes Material
- →Noppenfolie – NP12 (13 mm), NP14 (15 mm) oder NP16 (17 mm)
- →PE-RT Heizrohr Ø 12, 14 oder 16 mm passend zur Folienvariante
- →Kerakoll Planogel Rheo Selbstverlaufsmasse (min. 5 mm Überdeckung)
- →Armierter Randdämmstreifen, selbstklebend, mind. 50 mm Höhe
- →Heizkreisverteiler + Druckmanometer für Druckprobe (4 bar)
- →2 m Richtlatte, Feuchtemessgerät (Holz max. 15 %), Stachelwalze, Mischpumpe
Anforderungen an den Untergrund
- →Tragfähiger Untergrund: Zementestrich, Fliesen (kein Hohlklang) oder Holz
- →Ebenheit ≤ 3 mm auf 2 m – bei mehr zuerst Ausgleichsmasse auftragen
- →Trocken und sauber: kein Öl, kein loser Staub, keine nassen Stellen
- →Heizsystem mit ≤ 45 °C Vorlauf – optimal für Wärmepumpe (35–40 °C)
- →Türunterschnitt vorab messen: NP12 → min. 23 mm, NP14 → min. 25 mm, NP16 → min. 27 mm
- →Hydraulischer Abgleich: seit 01.10.2024 gesetzliche Pflicht (GEG §60a) für jede neue Heizanlage – Verfahren B bei Wärmepumpe zwingend
Welche Variante passt? NP12, NP14 oder NP16
Fußbodenheizung im Altbau: 5 Schritte zur fertigen Heizung
Untergrund prüfen & vorbereiten: 2 m Richtlatte auflegen – Abweichung > 3 mm? Dann Ausgleichsmasse (z. B. Kerakoll Levelite) aufbringen und 24 h aushärten lassen. Fliesen abklopfen: Hohlklang = Risiko für Risse im Estrich → aufspachteln. Holzfeuchte messen (max. 15 %). Untergrund saugen, entfetten. Dauer ca. 30–60 min.
Randdämmstreifen rundum anbringen: Armierten Randdämmstreifen an jede Wand, Stütze und Türzarge kleben – lückenlos. Die Armierung hält den Estrich zurück und verhindert Schallbrücken. Streifen oben erst nach vollständiger Aushärtung des Estrichs abschneiden. Achtung: Ohne Randdämmstreifen kann der Estrich reißen! Dauer ca. 20 min.
Noppenfolie selbstklebend verlegen: Schutzfolie abziehen, ab einer Ecke oder vom Verteiler ausgehend verlegen. Bahnen über die Druckknopfverbindungen seitlich verrasten – sitzt spürbar ein. Kein Kleber nötig: Noppenfolie haftet auf Estrich, Fliesen und Holz. Bahnen stumpf stoßen, nicht überlappen. Rohrverlauf mit Kreide vorzeichnen. Dauer ca. 45 min/20 m².
Heizrohr verlegen & Druckprobe: PE-RT Rohr von Hand in die Noppen einclipsen – kein Werkzeug nötig. Spiralform: gleichmäßiger, Randbereich bleibt kälter. Mäander: einfacher zu verlegen. Max. 70 m pro Heizkreis (12 mm Rohr). Rohrenden an Verteiler anschließen. Druckprobe: 4 bar Kaltdruck, 24 h halten, Ergebnis fotografieren. Heizung läuft während des gesamten Estricheinbaus weiter! Dauer ca. 60–90 min/Heizkreis.
Planogel Rheo eingießen & aushärten lassen: Mischpumpe empfohlen für gleichmäßige Viskosität. Masse zügig einbringen – min. 5 mm über dem Rohrscheitel. Mit Stachelwalze quer + längs überrollen: Luftblasen entweichen, Oberfläche wird glatt. Selbstnivellierend – kein Glätten nötig. Trocknungszeit: 24 h begehbar (leicht), 7 Tage für Bodenbelag. Achtung: Kein Heizen in den ersten 28 Tagen! Dauer ca. 1–2 h/20 m².
Achtung – Estrich nur durch Fachmann
Das Vergießen des Planogel Rheo Estrichs sollte ausschließlich von einem qualifizierten Fachbetrieb durchgeführt werden. Fehler beim Mischungsverhältnis, der Überdeckungsdicke oder der Verarbeitungstemperatur können zu Rissen, Hohlstellen und Systemschäden führen – und erlöschen die Gewährleistung. Noppenfolie und Heizrohr verlegen: DIY möglich. Estrich einbringen: Fachmann beauftragen.
Checkliste: Vor dem Verguss prüfen
✓ Druckprüfung bestanden (4–6 bar, 24 h, Protokoll fotografiert) · ✓ Randdämmstreifen lückenlos verklebt · ✓ Alle Rohrenden am Verteiler angeschlossen · ✓ Untergrundfeuchte < 2 % · ✓ Raumtemperatur 5–30 °C · ✓ Keine offenen Fugen oder Durchdringungen · ✓ Folie komplett ohne Blasen verklebt. Erst wenn alle Punkte erfüllt sind, Verguss starten.
Häufige Fragen zur Dünnschichtsystem Montage
Planogel Rheo gleichmäßig in die Fläche gießen und sofort mit einer langen Rakel verteilen. Anschließend Stachelrolle (Entlüftungsrolle) quer und längs über die gesamte Fläche rollen – das treibt eingeschlossene Luft rund um die Rohre heraus. Besonders an Ecken, Rohrbögen und Verteileranschlüssen sorgfältig arbeiten. Lufteinschlüsse sind der häufigste Fehler: Sie bilden Hohlräume und reduzieren die Wärmeübertragung dauerhaft.
Frühestens 48 Stunden nach dem Verguss – das ist die Mindest-Abbindezeit für Planogel Rheo. Dann das Aufheizprotokoll starten: Tag 1–3 Vorlauftemperatur auf 25 °C begrenzen, täglich um 5–10 °C steigern bis zur Betriebstemperatur. Zu frühes Aufheizen erzeugt Dampfdruck im noch weichen Estrich → Blasen, Risse, Hohlstellen. Das Protokoll ist Pflicht für die Herstellergewährleistung.
Ja – unbedingt. Das System mit Wasser befüllen, vollständig entlüften, dann auf mindestens 4–6 bar Prüfdruck bringen. Druck über 24 Stunden stabil halten. Ergebnis dokumentieren (Manometerfotos). Erst dann vergießen. Lecks nach dem Verguss sind extrem aufwändig zu orten (Estrichfräsen, Schäden an Bodenbelag) – und die Gewährleistung erlischt bei nicht durchgeführter Druckprüfung.
Ja – seit 01.10.2024 gesetzliche Pflicht (GEG §60a) für jede neue Heizanlage. Bei Wärmepumpenkombination ist Verfahren B zwingend (raumweise Berechnung). Ohne Abgleich: keine KfW-Förderung, und die Wärmepumpe arbeitet ineffizient. Kosten im Einfamilienhaus: ca. €600–1.000 durch einen Fachbetrieb. Ergebnis: gleichmäßige Wärmeverteilung in allen Räumen, optimaler COP der Wärmepumpe.
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