Dünnschichtsystem · DIY Montageanleitung · Altbau

Dünnschichtsystem Montageanleitung: Fußbodenheizung im Altbau verlegen

Die vollständige Montageanleitung für das Dünnschichtsystem: Untergrund prüfen, Noppenfolie selbstklebend verlegen, Heizrohr einclipsen, Druckprobe, Planogel Rheo eingießen. Gesamtaufbau ab 18 mm. Noch in der Planungsphase oder unsicher welche Variante passt? → Zuerst unseren Planungsratgeber für Kosten, Varianten & Untergrundanforderungen lesen.

⏱ 8 Min. Lesezeit
DIY-Montageanleitung
Altbau & Sanierung

Was brauche ich? Material, Werkzeug & Untergrundanforderungen

Benötigtes Material

  • Noppenfolie – NP12 (13 mm), NP14 (15 mm) oder NP16 (17 mm)
  • PE-RT Heizrohr Ø 12, 14 oder 16 mm passend zur Folienvariante
  • Kerakoll Planogel Rheo Selbstverlaufsmasse (min. 5 mm Überdeckung)
  • Armierter Randdämmstreifen, selbstklebend, mind. 50 mm Höhe
  • Heizkreisverteiler + Druckmanometer für Druckprobe (4 bar)
  • 2 m Richtlatte, Feuchtemessgerät (Holz max. 15 %), Stachelwalze, Mischpumpe

Anforderungen an den Untergrund

  • Tragfähiger Untergrund: Zementestrich, Fliesen (kein Hohlklang) oder Holz
  • Ebenheit ≤ 3 mm auf 2 m – bei mehr zuerst Ausgleichsmasse auftragen
  • Trocken und sauber: kein Öl, kein loser Staub, keine nassen Stellen
  • Heizsystem mit ≤ 45 °C Vorlauf – optimal für Wärmepumpe (35–40 °C)
  • Türunterschnitt vorab messen: NP12 → min. 23 mm, NP14 → min. 25 mm, NP16 → min. 27 mm
  • Hydraulischer Abgleich: seit 01.10.2024 gesetzliche Pflicht (GEG §60a) für jede neue Heizanlage – Verfahren B bei Wärmepumpe zwingend

Welche Variante passt? NP12, NP14 oder NP16

Die Wahl hängt von Ihrem Türunterschnitt ab – dieser entscheidet alles. Messen Sie vorab den Abstand zwischen Türunterkante und Bestandsboden. NP12 ergibt den schlanksten Aufbau: 13 mm Folie + 5 mm Estrich = 18 mm gesamt. Damit passen die meisten Altbautüren ohne Kürzen. NP14 (20 mm) und NP16 (22 mm) bieten etwas mehr thermische Speichermasse. Für Altbauten mit knappem Budget und begrenzter Raumhöhe ist NP12 die erste Wahl. Stellen Sie die Heizkreisverteiler-Position ein: Wandnische oder Unterputzkasten einplanen – der Verteiler braucht ca. 30 cm × 60 cm.

Fußbodenheizung im Altbau: 5 Schritte zur fertigen Heizung

1

Untergrund prüfen & vorbereiten: 2 m Richtlatte auflegen – Abweichung > 3 mm? Dann Ausgleichsmasse (z. B. Kerakoll Levelite) aufbringen und 24 h aushärten lassen. Fliesen abklopfen: Hohlklang = Risiko für Risse im Estrich → aufspachteln. Holzfeuchte messen (max. 15 %). Untergrund saugen, entfetten. Dauer ca. 30–60 min.

2

Randdämmstreifen rundum anbringen: Armierten Randdämmstreifen an jede Wand, Stütze und Türzarge kleben – lückenlos. Die Armierung hält den Estrich zurück und verhindert Schallbrücken. Streifen oben erst nach vollständiger Aushärtung des Estrichs abschneiden. Achtung: Ohne Randdämmstreifen kann der Estrich reißen! Dauer ca. 20 min.

3

Noppenfolie selbstklebend verlegen: Schutzfolie abziehen, ab einer Ecke oder vom Verteiler ausgehend verlegen. Bahnen über die Druckknopfverbindungen seitlich verrasten – sitzt spürbar ein. Kein Kleber nötig: Noppenfolie haftet auf Estrich, Fliesen und Holz. Bahnen stumpf stoßen, nicht überlappen. Rohrverlauf mit Kreide vorzeichnen. Dauer ca. 45 min/20 m².

4

Heizrohr verlegen & Druckprobe: PE-RT Rohr von Hand in die Noppen einclipsen – kein Werkzeug nötig. Spiralform: gleichmäßiger, Randbereich bleibt kälter. Mäander: einfacher zu verlegen. Max. 70 m pro Heizkreis (12 mm Rohr). Rohrenden an Verteiler anschließen. Druckprobe: 4 bar Kaltdruck, 24 h halten, Ergebnis fotografieren. Heizung läuft während des gesamten Estricheinbaus weiter! Dauer ca. 60–90 min/Heizkreis.

5

Planogel Rheo eingießen & aushärten lassen: Mischpumpe empfohlen für gleichmäßige Viskosität. Masse zügig einbringen – min. 5 mm über dem Rohrscheitel. Mit Stachelwalze quer + längs überrollen: Luftblasen entweichen, Oberfläche wird glatt. Selbstnivellierend – kein Glätten nötig. Trocknungszeit: 24 h begehbar (leicht), 7 Tage für Bodenbelag. Achtung: Kein Heizen in den ersten 28 Tagen! Dauer ca. 1–2 h/20 m².

Achtung – Estrich nur durch Fachmann

Das Vergießen des Planogel Rheo Estrichs sollte ausschließlich von einem qualifizierten Fachbetrieb durchgeführt werden. Fehler beim Mischungsverhältnis, der Überdeckungsdicke oder der Verarbeitungstemperatur können zu Rissen, Hohlstellen und Systemschäden führen – und erlöschen die Gewährleistung. Noppenfolie und Heizrohr verlegen: DIY möglich. Estrich einbringen: Fachmann beauftragen.

Checkliste: Vor dem Verguss prüfen

✓ Druckprüfung bestanden (4–6 bar, 24 h, Protokoll fotografiert) · ✓ Randdämmstreifen lückenlos verklebt · ✓ Alle Rohrenden am Verteiler angeschlossen · ✓ Untergrundfeuchte < 2 % · ✓ Raumtemperatur 5–30 °C · ✓ Keine offenen Fugen oder Durchdringungen · ✓ Folie komplett ohne Blasen verklebt. Erst wenn alle Punkte erfüllt sind, Verguss starten.

Häufige Fragen zur Dünnschichtsystem Montage

Faustregel: Türunterschnitt entscheidet. NP12 + 5 mm Estrich = 18 mm Gesamtaufbau – passt unter die meisten Altbautüren (Standard-Unterschnitt 20–25 mm). NP14 = 20 mm, NP16 = 22 mm. Größere Folie = mehr Speichermasse = etwas gleichmäßigere Wärme. Bei knappem Platz immer NP12 wählen. Türen vorab mit einer 20 mm starken Platte probeweise unterklotzen.
Bei 12 mm PE-RT Rohr maximal 70 Laufmeter. Bei 14 mm bis ~90 m, bei 16 mm bis ~100 m – hängt vom Druckverlust ab. Faustformel für Raumgröße: 1 Heizkreis pro 15–20 m² (bei 10 cm Abstand). Mehrere Heizkreise immer gleich lang halten (± 10 m), damit der Verteiler gleichmäßig abgleichen kann.
Ja – wenn die Fliesen komplett fest sitzen. Test: mit Holzhammer abklopfen, hohler Klang = Haftung weg → diese Fliesen vorher aufspachteln oder neu verkleben. Danach Oberfläche entfetten (Bremsenreiniger oder Seifenwasser), trocknen lassen. Die selbstklebende Unterseite der Noppenfolie haftet dann zuverlässig.
Frühestens 28 Tage nach dem Estricheinbau. Dann Aufheizprotokoll starten: Tag 1–3 Vorlauf auf 25 °C, täglich +5 °C bis zur Betriebstemperatur. Erst danach den Bodenbelag verlegen. Achtung: Zu frühes Heizen lässt Planogel Rheo reißen. Das Protokoll ist Pflicht für die Gewährleistung.
Alle gängigen Beläge möglich: Fliesen & Naturstein (beste Wärmeübertragung), Vinyl/LVT, Laminat, schwimmend verlegter Parkett. Teppich: Gesamtwiderstand ≤ 0,15 m²K/W. Massivholzdielen direkt verklebt: nur nach Rücksprache mit MC Therm (Holzfeuchte, Verlegerichtung beachten). PVC direkt geklebt funktioniert sehr gut.
Bei NP12 (18 mm Gesamtaufbau) meist nicht – Standard-Türunterschnitt beträgt 20–25 mm. Bei NP16 (22 mm) oder zusätzlicher Dämmplatte kann es knapp werden. Türen vorab prüfen: eine 20 mm Platte testweise unterlegen und Tür öffnen. Treppenstufen und Zimmerschwellen frühzeitig einplanen.
Fertigparkett (2-Schicht): ja – wenn für Fußbodenheizung zugelassen, direkt verklebt auf dem Estrich. Geeignete Holzarten: Eiche, Nuss, Bambus. Nicht geeignet: Buche, Kirsche (zu viel Schwund). Massivdielen: nur nach Herstellerfreigabe. Vinyl/LVT ist die einfachste und sicherste Wahl.
Ja – sofern die Gasheizung als Brennwertkessel ausgeführt ist (Vorlauf regelbar auf 35–45 °C). Ältere Hochtemperaturkessel brauchen eine Beimischgruppe oder hydraulischen Abgleich. Bei einer Wärmepumpe ist Dünnschichtsystem sofort optimal – kein Umbau nötig.

Planogel Rheo gleichmäßig in die Fläche gießen und sofort mit einer langen Rakel verteilen. Anschließend Stachelrolle (Entlüftungsrolle) quer und längs über die gesamte Fläche rollen – das treibt eingeschlossene Luft rund um die Rohre heraus. Besonders an Ecken, Rohrbögen und Verteileranschlüssen sorgfältig arbeiten. Lufteinschlüsse sind der häufigste Fehler: Sie bilden Hohlräume und reduzieren die Wärmeübertragung dauerhaft.

Frühestens 48 Stunden nach dem Verguss – das ist die Mindest-Abbindezeit für Planogel Rheo. Dann das Aufheizprotokoll starten: Tag 1–3 Vorlauftemperatur auf 25 °C begrenzen, täglich um 5–10 °C steigern bis zur Betriebstemperatur. Zu frühes Aufheizen erzeugt Dampfdruck im noch weichen Estrich → Blasen, Risse, Hohlstellen. Das Protokoll ist Pflicht für die Herstellergewährleistung.

Ja – unbedingt. Das System mit Wasser befüllen, vollständig entlüften, dann auf mindestens 4–6 bar Prüfdruck bringen. Druck über 24 Stunden stabil halten. Ergebnis dokumentieren (Manometerfotos). Erst dann vergießen. Lecks nach dem Verguss sind extrem aufwändig zu orten (Estrichfräsen, Schäden an Bodenbelag) – und die Gewährleistung erlischt bei nicht durchgeführter Druckprüfung.

Ja – seit 01.10.2024 gesetzliche Pflicht (GEG §60a) für jede neue Heizanlage. Bei Wärmepumpenkombination ist Verfahren B zwingend (raumweise Berechnung). Ohne Abgleich: keine KfW-Förderung, und die Wärmepumpe arbeitet ineffizient. Kosten im Einfamilienhaus: ca. €600–1.000 durch einen Fachbetrieb. Ergebnis: gleichmäßige Wärmeverteilung in allen Räumen, optimaler COP der Wärmepumpe.

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