Planungsgrundlagen: Was muss ich wissen?
Benötigte Planungsangaben
- →Grundriss mit Raummaßen (in m²) – für Rohrmenge und Heizkreiseinteilung
- →Heizlast des Raums (W/m²) – grob: Altbau 80–120 W/m², sanierter Bau 40–80 W/m², Neubau 20–40 W/m²
- →Vorlauftemperatur des Heizsystems – Wärmepumpe: 35–40 °C, Brennwert: 40–50 °C
- →Rohrdurchmesser: 12 mm (kleine Räume, max. 70 m/Kreis), 14 mm (max. 90 m), 16 mm (max. 100 m)
- →Gewünschter Verlegeabstand: 10 cm (hoch) / 15 cm (standard) / 20 cm (niedrig) Heizlast
- →Anzahl Heizkreise = Fläche ÷ max. Kreisfläche (bei 70 m Rohr und 15 cm Abstand: ~10 m²/Kreis)
Normative Grenzwerte (DIN EN 1264)
- →Max. Bodentemperatur Wohnraum: 29 °C (DIN EN 1264) – bestimmt die maximale Heizleistung
- →Max. Bodentemperatur Badezimmer/Randbereiche: 35 °C
- →Spreizung (Vorlauf–Rücklauf): 5–10 K – beeinflusst Durchfluss und Pumpenleistung
- →Randbereich (0,5–1 m an Außenwänden + Fenstern): Rohr 50 % dichter verlegen als Hauptfläche
- →Puffer für Bögen und Verteileranschlüsse: +10–15 % zur berechneten Rohrmenge
Verlegeabstand & Rohrmenge – die drei Standardwerte
Der Verlegeabstand ist die wichtigste Planungsentscheidung: Er bestimmt Rohrmenge, Wärmeabgabe und Vorlauftemperatur. Die drei Standardwerte decken alle typischen Anwendungen ab – von schlecht gedämmten Altbauten bis zu KfW-Neubauten.
- →Verlegeabstand 10 cm: ~10 m Rohr/m² – für hohe Heizlasten (Altbau Außenwände, Bäder), Wärmeabgabe bis 100 W/m²
- →Verlegeabstand 15 cm: ~6,7 m Rohr/m² – Standardwert für Wohnräume, Wärmeabgabe ca. 60–80 W/m²
- →Verlegeabstand 20 cm: ~5 m Rohr/m² – für gut gedämmte Räume (KfW-Neubau), Wärmeabgabe ca. 40–60 W/m²
- →Formel Rohrmenge: (Raumfläche × Meter/m²) + Randbereichzuschlag + 15 % Puffer. Beispiel 20 m², 15 cm: (20 × 6,7) + 10 % = 147 m → 2 Heizkreise
Dünnschichtsystem planen: 5 Berechnungsschritte
Schritt 1 – Heizlast pro Raum ermitteln: Grobe Faustformel: Altbau unrenoviert: 80–120 W/m². Altbau saniert (neue Fenster/Dämmung): 50–80 W/m². KfW-55-Neubau: 25–40 W/m². Genaue Berechnung nach DIN EN 12831 vom Heizungsbauer. Die Heizlast bestimmt, wie eng Sie verlegen müssen und welche Vorlauftemperatur nötig ist.
Schritt 2 – Vorlauftemperatur & Verlegeabstand wählen: Wärmepumpe: Vorlauf 35–40 °C → Verlegeabstand 10–15 cm empfohlen. Brennwertkessel: Vorlauf 40–50 °C → 15–20 cm möglich. Faustregel: Je niedriger die Vorlauftemperatur, desto enger verlegen. Randbereich an Außenwänden immer enger als Rauminnenfläche (ca. 50 % mehr Rohrdichte).
Schritt 3 – Rohrmenge berechnen: Rohrmenge (m) = Raumfläche (m²) × Meter/m² (je nach Abstand) × 1,15 (Puffer). Randbereich: erste 0,5–1 m an Außenwänden mit 50 % mehr Dichte einkalkulieren. Beispiel 15 m² Küche, 10 cm Abstand: 15 × 10 × 1,15 = 172,5 m. Da max. 70 m/Heizkreis (12mm): 3 Heizkreise nötig.
Schritt 4 – Heizkreise einteilen: Maximale Kreislänge: 12mm Rohr → 70 m, 14mm → 90 m, 16mm → 100 m. Kreise möglichst gleich lang halten (±10 m), damit der Verteiler gleichmäßig abgleicht. Jeder Raum idealerweise eigener Heizkreis (Einzelraumregelung). Heizkreisverteiler zentral im Gebäude positionieren – minimiert Rohrlänge zu den Kreisen.
Schritt 5 – Verteiler dimensionieren: Verteiler-Größe = Anzahl Heizkreise. 1–2 Räume: 2-fach-Verteiler. Wohnung 3–4 Räume: 4-fach. Ganzes Haus: 6–12-fach. Durchfluss pro Kreis: ca. 1,5–3 l/min (abhängig von Rohrlänge und Spreizung). Thermostatische Durchflussregler am Verteiler für hydraulischen Abgleich einplanen. Umwälzpumpe: Heizungsbauer dimensioniert nach Gesamtvolumenstrom.
Häufige Planungsfragen
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