Montageanleitung

Noppensystem Fußbodenheizung verlegen: Schritt-für-Schritt Montageanleitung 2026

Das Noppensystem ist einfacher zu verlegen als das Tackersystem: Folie ausrollen, Rohr eindrücken — fertig. Diese Anleitung führt durch alle 8 Schritte von der Untergrundprüfung nach DIN 18202 bis zum Fließestrich, mit konkreten Maßen, Prüfwerten und Tipps für Heimwerker.

⏱ 14 Min. Lesezeit
DIY-fähig ab Schritt 1
8 Schritte detailliert

Materialien & Voraussetzungen

Benötigte Materialien

  • Noppenfolie NerthusFlow (15,68 m² je Rolle)
  • PE-RT Heizrohr 14×2 mm oder 16×2 mm
  • Randdämmstreifen (mind. 8 mm stark, bis Fertigbodenhöhe)
  • Dichtschnur für Folienüberlappungen (Estrichdichtung)
  • Cuttermesser / Stichsäge für Folienzuschnitt
  • Klebeband für Folienüberlappungen
  • Wassermanometer für Druckprüfung (Prüfdruck mind. 6 bar)

Voraussetzungen vor dem Verlegen

  • Untergrund trocken: Betonrestfeuchte ≤ 2 % CM — kein Verlegen auf frischem Beton
  • Ebenheit nach DIN 18202: max. 5 mm auf 2 m (Richtscheit prüfen)
  • Tragfähigkeit min. 20 kN/m², frei von Staub, Öl und losen Teilen
  • Heizkreisverteiler montiert, Rohrlängen geplant (max. 100–120 m je Kreis bei 16 mm)
  • Verlegeplan mit Rohrabstand (Standard 15 cm) und Kreiseinteilung vorhanden

Vorbereitung: Was Sie vor dem Verlegen wissen müssen

Das Noppensystem funktioniert nach einem einfachen Prinzip: Das PE-RT Heizrohr wird ohne Werkzeug direkt in die Noppen der NerthusFlow-Folie eingedrückt und klemmt selbsthaltend. Das entfallen von Tackernadeln und Klemmscheiben macht die Verlegung deutlich schneller als beim Tackersystem. Wichtigste Voraussetzung ist ein ebener, trockener Untergrund nach DIN 18202 (max. 5 mm auf 2 m) und die vollständige Dichtheit der Folienstöße, damit kein Fließestrich unter die Folie dringt.

Noppensystem verlegen: 8 Schritte

1

Untergrundvorbereitung: Untergrund mit 2-m-Richtscheit nach DIN 18202 prüfen: max. 5 mm Toleranz. Unebenheiten größer 5 mm vor dem Verlegen mit Ausgleichsmasse beseitigen. Untergrund muss trocken sein (Betonrestfeuchte max. 2 % CM). Staub, Öl und lose Teile vollständig entfernen. Tragfähigkeit mindestens 20 kN/m² sicherstellen.

2

Randdämmstreifen anbringen: Randdämmstreifen (mind. 8 mm stark) umlaufend an allen Wänden, Türzargen und Säulen anbringen — lückenlos. In Ecken einschneiden und leicht überlappen. Der Streifen muss bis zur Oberkante des Fertigbodens reichen, damit die thermische Ausdehnung des Estrichs vollständig aufgenommen wird. Erst nach Estrichhärtung den überstehenden Teil bündig abschneiden.

3

Noppenfolie NerthusFlow verlegen: Noppenfolie von einer Raumecke aus verlegen. Die Folienbahnen stoßen eng aneinander — das integrierte Stecksystem (Druckknopf oder Überlappnase) verbindet die Bahnen lagegenau. Bahnen immer im Verband verlegen (versetzt um mindestens eine Noppenreihe). Folienstöße mit Klebeband fixieren. Überlappungen an den Bahnrändern mit Dichtschnur abdichten, damit kein Estrich unter die Folie fließt.

4

Heizrohr klemmscheibenfrei eindrücken: Das PE-RT Heizrohr vom Abroller ablassen und in die Noppen der NerthusFlow-Folie eindrücken — kein Werkzeug nötig. Das Rohr rastet durch die konische Noppengeometrie selbsthaltend ein. Rohre niemals knicken: Mindestbiegeradius 5× Rohrdurchmesser (bei 14 mm also mind. 70 mm). Standard-Rohrabstand: 15 cm. In Randzonen und Bädern enger möglich (10 cm). Max. Heizkreislänge bei 16-mm-Rohr: 100–120 m; bei 14-mm-Rohr: 80–100 m.

5

Diagonale Verlegung (optional): Die NerthusFlow-Folie erlaubt eine diagonale Rohrführung (45° zur Raumachse). Das ist bei unregelmäßigen Grundrissen, Erkern oder beengten Raumecken praktisch. Diagonale Verlegung: Folie gerade verlegen, Rohre diagonal in die Noppen eindrücken. Der Rohrabstand misst dann entlang der Diagonale — bei 15 cm Noppenraster ist ein diagonaler Abstand von ca. 21 cm erzielbar.

6

Verteileranschluss & Dokumentation: Heizrohre am Verteiler anschließen. Jeden Heizkreis beschriften (Raumbezeichnung + Länge). Rohrverlauf mit Fotos dokumentieren — Pflicht vor dem Estrich, damit spätere Bohrungen das Rohr nicht beschädigen. Durchflussanzeiger am Verteiler prüfen: alle Kreise müssen fließen. Vorlauf- und Rücklaufleitungen zum Kessel / zur Wärmepumpe anschließen.

7

Druckprüfung (Pflicht vor Estrich): Jeden Heizkreis mit Wasser befüllen und vollständig entlüften. Gesamtanlage auf mind. das 1,3-fache des Betriebsdrucks bringen — mindestens 6 bar Prüfdruck. Druck 24 Stunden halten: kein Druckabfall erlaubt. Ergebnis im Druckprüfprotokoll dokumentieren — ohne Protokoll darf der Estrichleger nicht beginnen. Bei Druckabfall: Leckstelle lokalisieren, Folie anheben, Rohr prüfen.

8

Fließestrich oder Zementestrich einbringen: Estrich durch zertifizierten Estrichleger einbringen. Mindestüberdeckung über dem Rohr: 45 mm (Fließestrich CA und Zementestrich CT). Fließestrich CA ist im Noppensystem bevorzugt: Er fließt selbstnivellierend und blasenfrei um das Rohr und in alle Hohlräume zwischen den Noppen. Estrich vor Zugluft und direkter Sonne schützen. Erstinbetriebnahme: Fließestrich frühestens nach 5–7 Tagen (Belegreife prüfen), Zementestrich frühestens nach 28 Tagen gemäß DIN EN 1264-4.

Estrich nur durch zertifizierten Estrichleger

Das Einbringen von Estrich über der Fußbodenheizung muss durch einen zertifizierten Estrichleger erfolgen. Falsche Mischung, zu geringe Überdeckung oder fehlende Dehnungsfugen können zu Rissen und Systemschäden führen. Das Druckprüfprotokoll muss vor Beginn der Estricharbeiten vorliegen.

Häufige Fragen zur Noppensystem-Verlegung

Die Schritte 1–7 (Untergrund vorbereiten, Randdämmstreifen, Folie verlegen, Rohr eindrücken, Verteiler anschließen, Druckprüfung) sind für versierte Heimwerker gut machbar — kein Spezialwerkzeug nötig. Schritt 8 (Estrich) muss durch einen Fachbetrieb erfolgen.

Standard ist 15 cm (6,67 m Rohr/m²). In Randzonen, Bädern oder schlecht gedämmten Räumen 10 cm (10 m/m²) für höhere Heizleistung. Bei KfW-55-Neubauten kann 20 cm ausreichen. Die Noppengeometrie der NerthusFlow gibt mögliche Abstände vor.

Mindestprüfdruck: 1,3-faches des Betriebsdrucks, mindestens 6 bar. Druck 24 Stunden halten ohne Abfall. Ergebnis im Druckprüfprotokoll festhalten — dieses Protokoll ist Pflicht vor den Estricharbeiten.

Bei 16-mm-Rohr: max. 100–120 m pro Heizkreis. Bei 14-mm-Rohr: max. 80–100 m. Darüber steigt der hydraulische Widerstand zu stark. Für größere Räume mehrere Heizkreise einplanen.

Bei Fließestrich CA: Erstinbetriebnahme frühestens nach 5–7 Tagen (Belegreife mit CM-Messgerät prüfen, max. 0,5 % CM bei Fließestrich). Bei Zementestrich CT: frühestens 28 Tage. Aufheizprotokoll nach DIN EN 1264-4 einhalten: Beginn bei 25 °C Vorlauf, täglich 5 °C steigern.

Erfahrene Heimwerker schaffen Folie verlegen + Rohr eindrücken bei 50 m² in ca. 3–5 Stunden (das Eindrücken geht schneller als Tacken). Druckprüfung ca. 30 Minuten. Dokumentation ca. 20 Minuten. Gesamtaufwand ohne Estrich: ca. 4–6 Stunden.

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