Materialien & Voraussetzungen
Benötigte Materialien
- →EPS 300 Systemplatte (Mäander) 25 mm — 14,92 €/m² (10-m²-Paket: 10,74 €)
- →Holzfaser-Systemplatte (Mäander) 25 mm — 22,64 €/m² (10-m²-Paket: 16,30 €)
- →Wärmeleitblech Ω-Profil für 16-mm-Rohr — 1,77 €/Stk. (50-Stk.-Packung: 88,35 €)
- →PE-RT-ALU-PERT Verbundrohr 16×2 mm — 0,70 €/m (200-m-Ring: 140,00 €)
- →Randdämmstreifen — 2,53 €/m (20-m-Rolle: 50,65 €)
- →Fermacell 2E22 Trockenestrichelement 2×12,5 mm (separat beschaffen, ca. 13 €/m²)
- →Manometer für Dichtheitsprüfung (Prüfdruck mind. 6 bar)
Voraussetzungen vor dem Verlegen
- →Untergrundebene nach DIN 18202: max. 3 mm/0,1 m, 10 mm/1 m, 20 mm/4 m
- →Betonuntergrund: Restfeuchte CM ≤ 2 %, Druckfestigkeit mind. 20 N/mm²
- →Holzbalken: Holzfeuchte ≤ 15 %, alle Dielen fest verschraubt, keine losen Fugen
- →Heizkreisverteiler montiert, Rohrlängen geplant (max. 90–100 m pro Heizkreis)
- →Wärmedämmung nach GEG/DIN EN 1264-4 bereits verlegt (EPS DEO ≥ 100 kPa)
Trockenbausystem verlegen: 10 Schritte
Schritt 1: Untergrund prüfen und vorbereiten: Messen Sie die Ebenheit mit einem 2-m-Richtscheit. Toleranzwerte nach DIN 18202: maximal 3 mm pro 0,1 m, 10 mm pro 1 m und 20 mm pro 4 m. Unebenheiten ausgleichen: Erhöhungen abschleifen, Vertiefungen mit Nivelliermasse auffüllen. Betonuntergrund: Restfeuchte mit CM-Gerät messen (CM ≤ 2 %). Holzbalkendecke: alle Dielen mit Schrauben sichern, Fugen mit Spachtelmasse schließen. Staub und lose Partikel vollständig entfernen.
Schritt 2: Randdämmstreifen anbringen: Selbstklebenden Randdämmstreifen umlaufend an allen Wänden, Türzargen und Stützen anbringen. Mindestbreite 5 mm, die Höhe muss bis zur Oberkante des Fertigbodens reichen. In Ecken einschneiden und überlappen — keine Lücken. Ab einer Raumlänge von 8 m oder einer Fläche über 40 m² sind zusätzliche Bewegungsfugen erforderlich. Der Streifen nimmt die thermische Ausdehnung des Trockenestrichs auf und verhindert Schallbrücken.
Schritt 3: Wärmedämmschicht verlegen: EPS-Dämmplatten (DEO, Druckfestigkeit ≥ 100 kPa) mit linearem Fugenversatz verlegen. Mindest-R-Werte nach DIN EN 1264-4: bei beheiztem Raum darunter 0,75 m²K/W, bei Keller oder Erdreich 1,25 m²K/W. Lagen bei mehrschichtiger Dämmung um 50 % versetzen. Stöße mit Klebeband sichern. Keine Hohlräume unter den Platten — bei Holzbalken ggf. Schüttung als Ausgleich verwenden.
Schritt 4: PE-Folie als Feuchtigkeitsschutz: PE-Folie (mind. 0,2 mm stark) vollflächig auslegen. Bahnenüberlappung mind. 20 cm, mit Klebeband luftdicht verkleben. Folie an den Wänden mind. 10 cm hochziehen, hinter dem Randdämmstreifen einklemmen. Im Erdgeschoss oder über Erdreich ist die Feuchtigkeitssperre zwingend nach DIN 18533 auszuführen — hier ggf. bituminöse Abdichtung vorsehen.
Schritt 5: EPS- oder Holzfaser-Systemplatten verkleben: Flexkleber mit 8-mm-Zahntrowel vollflächig auf den Untergrund auftragen. EPS 300 Systemplatten im schleppenden Verband verlegen — Fugenversatz mind. 200 mm. Holzfaser-Systemplatten: wasserhemmenden Flexkleber verwenden, Plattengewicht 7 kg/m² beachten. Eckverbindungen auf Gehrung schneiden. Platten bis zur Aushärtung des Klebers (ca. 24 h) nicht belasten. Mäander-Kanäle müssen lückenlos fluchten.
Schritt 6: Wärmeleitbleche einsetzen: Wärmeleitbleche (Ω-Profil) in die vorgefrästen Kanäle der Systemplatte drücken — ca. 4,5 Bleche pro m² bei 150-mm-Rohrabstand. Abstand zwischen den Blechen max. 5 mm. In Umlenkbereichen kurze Bleche so legen, dass der Rohrkanal vollständig abgedeckt ist. Wichtig: das eingelegte Heizrohr darf maximal 1 mm über die Plattenoberfläche ragen — andernfalls ist gleichmäßige Auflage des Trockenestrichs nicht gewährleistet.
Schritt 7: Heizrohr verlegen: PE-RT-ALU-PERT Verbundrohr 16×2 mm vom Abroller (nicht aufgewickelt) in die Kanäle einlegen — niemals knicken. Mindest-Biegeradius: 5× Rohraußendurchmesser = 80 mm. Pro Heizkreis max. 90–100 m Rohrlänge einhalten. Kehren in Abstandshaltern verlegen, nicht auf Plattenstößen. Rohr am Verteiler anschließen und beschriften (Raum + Länge). Verlegeplan fotografisch dokumentieren — Pflicht vor dem Estrichlegen.
Schritt 8: Dichtheitsprüfung durchführen: Alle Heizkreise mit Wasser füllen und vollständig entlüften. Anlage auf mindestens das 1,3-Fache des Betriebsdrucks, mindestens jedoch 6 bar, unter Druck setzen. Druck 24 Stunden halten und protokollieren. Bei Druckabfall: Leckstelle mit Seifenwasser lokalisieren, Rohr austauschen. Das Dichtheitsprüfprotokoll ist zwingend erforderlich vor dem Verlegen des Trockenestrichs — ohne Protokoll erlischt die Garantie.
Schritt 9: PE-Trennfolie und Trockenestrich verlegen: PE-Trennfolie (0,1 mm) über die Systemplatten und Rohre legen — verhindert Feuchtigkeitseintrag aus dem Estrichelement. Fermacell 2E22 Trockenestrichelemente (2×12,5 mm) vollflächig verlegen: Versatz der Fugen mind. 200 mm, Stöße verleimen. 10 Schrauben pro m² setzen. Kritisch: Rohllage vor dem Verschrauben mit Kreide oder Markierungsfarbe auf dem Element kennzeichnen — Schrauben niemals durch die Heizrohrlage setzen!
Schritt 10: Erstinbetriebnahme nach DIN EN 1264: Erstinbetriebnahme frühestens 21 Tage nach Kleberaushärtung. Startverlauftemperatur 25 °C. Jeden Tag um maximal 5 °C erhöhen bis zur Auslegungstemperatur. Maximal zulässige Vorlauftemperatur: 55 °C. Aufheizprotokoll nach DIN EN 1264-4 führen und aufbewahren — Pflicht für Gewährleistungsansprüche. Wärmepumpenbetrieb: Vorlauf 30–45 °C, COP-optimiert.
Schrauben NIEMALS durch Heizrohre setzen
Beim Verschrauben des Trockenestrichelements (Fermacell 2E22) besteht die größte Gefahr: Schrauben, die durch das Heizrohr gesetzt werden, führen zu sofortigem Wasseraustritt und sind unter dem Estrich nicht mehr reparierbar. Markieren Sie die Rohrlage mit Kreide oder Markierungsfarbe auf dem Estrichelement, bevor Sie auch nur eine einzige Schraube setzen.
Dichtheitsprüfung vor Estrichabdeckung Pflicht
Das Verlegen von Trockenestrich über nicht geprüfte Heizrohre ist ein handwerklicher Fehler. Eine Leckage unter dem Trockenestrich ist nicht reparierbar ohne vollständiges Aufnehmen der Deckschicht. Führen Sie die Dichtheitsprüfung mit 6 bar Prüfdruck über 24 Stunden durch und dokumentieren Sie das Ergebnis schriftlich.
Häufige Fragen zur Trockenbausystem-Verlegung
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