Montageanleitung 2026

Heizkreisverteiler einbauen: Schritt-für-Schritt Anleitung 2026

Heizkreisverteiler selbst montieren — so geht's richtig. Diese Anleitung führt Sie von der Verteilerkasten-Montage über Rohranschluss und Entlüftung bis zur Druckprüfung nach EN 14336. Mit Werkzeugliste, 8 konkreten Montageschritten und Antworten auf die häufigsten DIY-Fragen.

⏱ 11 Min. Lesezeit
8 Montageschritte erklärt
Druckprüfung 6 bar korrekt

Vorbereitung: Werkzeug, Material & Montageposition

Werkzeug & Hilfsmittel

  • Rohrzange oder Wasserpumpenzange (für G 1"-Anschlüsse)
  • PTFE-Dichtband (Gewindedichtband, min. 12 Lagen)
  • Handdruckpumpe für Druckprüfung (0–6 bar, Manometer integriert)
  • Entlüftungsschlüssel oder Flachschraubendreher für Entlüftungsventile
  • Wasserwaage (für horizontale Ausrichtung des Verteilers)
  • Dübel & Schrauben (M6, für Verteilerkasten-Wandmontage)

Voraussetzungen vor der Montage

  • Verteilerposition festlegen: max. 20 m vom Heizkessel/WP, zentral zu allen Heizkreisen — minimiert Rohrlängen und Druckverlust
  • Vorlauffühler im Zuleitungsrohr vorhanden oder geplant? (für Kesselregelung Pflicht)
  • Alle Fußbodenheizungsrohre verlegt und zugänglich? Erst nach Estrich-Verlegung und Trocknungsphase montieren
  • Wandnische für Unterputz-Kasten ausgestemmt oder Wandfläche für AP-Montage freigelegt
  • Strom 230V in Reichweite für Stellantriebe und Raumthermostat-Kabel (wenn gewünscht)

Häufige Fehler & Warnhinweise

Der Einbau des Heizkreisverteilers ist die kritische Schnittstelle zwischen Heizkessel/Wärmepumpe und dem Fußbodenheizungssystem. Fehler hier führen zu Wasserverlusten, Druckabfall und im schlimmsten Fall zu Schäden am Estrich.

Anschlussschema: Heizkreisverteiler im SystemTypisches Einrohrsystem im EFH
Heizkessel / WPVorlauf 35–55 °C
Rücklauf 25–45 °C
VL DN 25
G 1"
PumpengruppeDruckdifferenz-
regelung
→ Verteiler
HeizkreisverteilerVL oben / RL unten
Edelstahl DN 25
PE-RT
Ø 16–20 mm
Heizkreise 1–nJe 8–16 m²
Rohr im Estrich
VL (rot) oben, RL (blau) unten — Norm nach VDI 6000

Schritt-für-Schritt: Die 8 kritischen Montagephasen

SchrittTätigkeitNorm / WertHäufiger Fehler
1 – PositionVerteilerkasten in Außenwandnähe montieren; Zuleitungslänge minimierenVDI 6000: max. 10 m ZuleitungZu weit von Heizung: unnötige Druckverluste
2 – WandmontageKasten mit min. 4 Dübeln, 100 mm Tiefe für Inspektionszugang freihaltenDIN 18380Kasten zu flach: Schläuche knicken
3 – VL / RL AnschlussVL oben (rot), RL unten (blau); G-1"-Gewinde mit min. 8 Lagen PTFE-BandVDI 6000, G 1" EN ISO 228Zu wenig PTFE → Mikroleck nach Wochen
4 – HeizkreisschläuchePE-RT Ø 16 mm mit Eurokegel-Verschraubung; Biegeradius ≥ 8×dEN ISO 15875Scharfe Knicke an Verteiler-Abgängen
5 – FüllungJeden Kreis einzeln füllen, Entlüfter am Verteiler öffnen; System muss blasenfrei seinMin. 1,5 bar FülldrucktLuftblasen bleiben → ungleiche Erwärmung
6 – DruckprüfungDruck auf 6 bar erhöhen (Kalttest); 24 h halten — kein Abfall erlaubtDIN EN 1264-4: 6 bar / 24 hNur 2–4 bar geprüft → versteckte Leckagen
7 – ProtokollDruckprüfprotokoll ausfüllen (Datum, Ausgangsdruck, Enddruck, Prüfer)DIN 18560: Dokument für EstrichKein Protokoll → Gewährleistungsprobleme
8 – EinregulierungFlowmeter je Kreis auf Zieldurchfluss einstellen (l/h nach Heizlastberechnung)GModG § 60 (früher GEG)Alle Kreise gleich aufgedreht → kalt/warm ungleich

Druckprüfung: Werte, Protokoll und häufige Fehler

6 barKaltdruckprüfung
DIN EN 1264-4
24 hMindest-Haltedauer
ohne Druckabfall
0 barZulässiger Druckverlust
in 24 Stunden

Nach der Druckprüfung darf das Wasser nicht ablassen — der Druck bleibt im System bis zum Abschluss des Estricheinbaus. Der Estrichleger muss das Druckprüfprotokoll erhalten, da er sonst die Gewährleistung für Estrichschäden ablehnen kann.

Wichtig: Protokollpflicht in Deutschland
  • Druckprüfprotokoll nach DIN 18560 ist Pflichtdokument für den Estrichleger
  • Ohne Protokoll: keine Gewährleistung durch den Estrichbetrieb
  • Kopie ans Bautagebuch und an den Bauherren aushändigen
  • Bei Sanierung (GModG § 60): Protokoll als Nachweis für die Effizienzmaßnahme aufbewahren

Die 6 häufigsten Montagefehler und wie Sie sie vermeiden

Zu wenig PTFE-Band

Mindestens 8 Lagen PTFE-Dichtband am G-1"-Gewinde. Bei Edelstahl-Verteiler immer mit Hanffaser plus PTFE kombinieren für dauerhafte Dichtheit.

Falsche VL/RL-Richtung

Vorlauf (rot, heiß) zwingend oben, Rücklauf (blau, kälter) unten. Vertauschung führt zu Luftproblemen und ineffizienter Wärmeverteilung.

Zu kleiner Verteilerkasten

Kastenmaß mindestens: Breite = Verteilerbreite + 10 cm, Tiefe = 10 cm (Schlauchbiegung). Zu enge Kästen zwingen Schläuche in unzulässige Biegeradien.

Heizkreise unentlüftet

Jeden Kreis einzeln füllen und durch Entlüftungsventil am Verteiler vollständig entlüften. Restluft führt zu kalten Stellen und ungleichmäßiger Beheizung.

Regionale Besonderheiten: Deutschland, Österreich, Schweiz

In Deutschland gilt seit Juli 2026 das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) statt des früheren GEG. § 60 GModG schreibt für alle Gebäude mit zentraler Wärmeversorgung den hydraulischen Abgleich vor — die Druckprüfung und Flowmeter-Einstellung am Verteiler ist damit gesetzliche Pflicht bei Neuinstallation und Sanierung. In Österreich gilt OIB-Richtlinie 6, in der Schweiz SIA 384.

  • Schritt 1: Verteilerkasten in Wandnische einpassen, waagerecht ausrichten und mit Dübeln befestigen
  • Schritt 2: Kugelhähne (Vorlauf oben / Rücklauf unten) mit PTFE-Dichtband an Verteiler anschrauben
  • Schritt 3: Verteiler in den Kasten einsetzen, Halterungen einrasten lassen
  • Schritt 4: FBH-Rohre (Vor- und Rücklauf) der Reihe nach an die Verteileranschlüsse anschließen — Kreise beschriften!
  • Schritt 5: System über den Kugelhahn langsam mit Wasser befüllen, alle Kreise einzeln entlüften
  • Schritt 6: Druckprüfung mit Handdruckpumpe auf 6 bar für 30 Minuten durchführen — kein Druckabfall = dicht
  • Schritt 7: Stellantriebe (E30NC-230) auf alle Verteilerabgänge aufschrauben, Kabel zu Raumthermostaten verlegen
  • Schritt 8: Flowmeter auf Richtwert einstellen (0,5–2,5 l/min pro Kreis je nach Raumgröße) und Heizung in Betrieb nehmen

Achtung – Fachmann empfohlen

Gewindeanschlüsse ohne ausreichend PTFE-Dichtband (mind. 12 Lagen) führen zu schleichenden Undichtigkeiten — besonders an G 1"-Gewindeanschlüssen.

Achtung – Fachmann empfohlen

Druckprüfung auf 6 bar MUSS vor dem Schließen der Wandnische oder vor dem Einputzen durchgeführt werden — nachträgliche Reparaturen sind aufwändig.

Häufige Fragen zur Heizkreisverteiler-Montage

Die Montage des Verteilers selbst (mechanische Installation) ist handwerklich ohne Meisterpflicht zulässig. Der Anschluss an die Heizungsanlage (Kesselseitig) sollte von einem Heizungsbauer durchgeführt werden, wenn keine Fachkunde vorhanden ist — insbesondere bei Wärmepumpen. Die Druckprüfung können Sie selbst dokumentieren. GEG § 60 (Hydraulischer Abgleich) erfordert keinen Fachbetrieb, muss aber protokolliert werden.
Erfahrene Heimwerker benötigen ca. 2–3 Stunden für einen 4–6-Kreis-Verteiler inklusive Entlüftung und Druckprüfung. Erstmontage ohne Vorkenntnisse: 4–5 Stunden. Zeitintensivster Schritt: FBH-Rohre den richtigen Kreisen zuordnen und beschriften (30–45 Min.). Ein professioneller Heizungsbauer benötigt ca. 1,5–2 Stunden, berechnet aber i. d. R. einen halben Arbeitstag.
Befüllung Schritt für Schritt: 1. Alle Kreise am Verteiler schließen außer Kreis 1. 2. Kugelhahn langsam öffnen, Kreis befüllen bis Wasser am Entlüfter blasenfrei austritt. 3. Entlüfter schließen. 4. Nächsten Kreis öffnen, wiederholen. 5. Alle Kreise offen: Systemdruck auf 1,5–2 bar einstellen. Wichtig: nie schnell befüllen — eingeschlossene Luft führt zu Geräuschen (Gluckern) und ungleichmäßiger Erwärmung.
Druckabfall > 0,1 bar in 30 Minuten bedeutet: es gibt eine Undichtigkeit. Vorgehen: Alle Gewindeanschlüsse an Kugelhähnen und Verteileranschlüssen mit Lecksucherspray prüfen. Häufigste Ursache: ungenügend gewickeltes PTFE-Dichtband. Abhilfe: Verschraubung lösen, Dichtband neu wickeln (12+ Lagen), wieder festziehen. FBH-Rohre selbst: Undichtigkeit durch Knicken oder Quetschen entsteht meist beim Verlegen, nicht beim Anschluss.
Bei Erstinbetriebnahme: max. 25 °C Vorlauf für 3 Tage (Einbrennphase des Estrichs vermeiden — gilt nur für Neubau). Danach schrittweise auf Betriebstemperatur erhöhen. Betriebstemperatur: Wärmepumpe 30–40 °C, Gasheizung 45–55 °C. Nachtabsenkung bei FBH maximal 3–4 °C — zu starke Absenkung kostet mehr Energie als sie spart, weil die Aufheizdauer zu lang wird.
Beschriftung ist keine Pflicht, aber dringend empfohlen — spätestens beim hydraulischen Abgleich oder bei der Fehlersuche werden Sie froh sein. Standard: Metallschilder oder Klebeband-Etiketten am Verteiler, z. B. 'WZ' (Wohnzimmer), 'SZ' (Schlafzimmer), 'B1' (Bad EG). Zusätzlich: Skizze der Kreisverlegung fotografieren und mit dem Verteilerplan in den Haustechnik-Ordner legen.

PZH-zertifizierte Edelstahl-Heizkreisverteiler mit Kugelhähnen, Flowmetern und Montage-Zubehör — alles im Komplettset für die DIY-Montage.

Zum Verteiler-Shop

Heizkreisverteiler montieren

Komplett-Set kaufen und selbst einbauen

Edelstahl-Heizkreisverteiler mit Kugelhähnen, integrierten Flowmetern und Verteilerkasten — alles für die professionelle Selbstmontage. PZH-zertifiziert, 5 Jahre Dichtungsgarantie.