Vorbereitung: Werkzeug, Material & Montageposition
Werkzeug & Hilfsmittel
- →Rohrzange oder Wasserpumpenzange (für G 1"-Anschlüsse)
- →PTFE-Dichtband (Gewindedichtband, min. 12 Lagen)
- →Handdruckpumpe für Druckprüfung (0–6 bar, Manometer integriert)
- →Entlüftungsschlüssel oder Flachschraubendreher für Entlüftungsventile
- →Wasserwaage (für horizontale Ausrichtung des Verteilers)
- →Dübel & Schrauben (M6, für Verteilerkasten-Wandmontage)
Voraussetzungen vor der Montage
- →Verteilerposition festlegen: max. 20 m vom Heizkessel/WP, zentral zu allen Heizkreisen — minimiert Rohrlängen und Druckverlust
- →Vorlauffühler im Zuleitungsrohr vorhanden oder geplant? (für Kesselregelung Pflicht)
- →Alle Fußbodenheizungsrohre verlegt und zugänglich? Erst nach Estrich-Verlegung und Trocknungsphase montieren
- →Wandnische für Unterputz-Kasten ausgestemmt oder Wandfläche für AP-Montage freigelegt
- →Strom 230V in Reichweite für Stellantriebe und Raumthermostat-Kabel (wenn gewünscht)
Häufige Fehler & Warnhinweise
Der Einbau des Heizkreisverteilers ist die kritische Schnittstelle zwischen Heizkessel/Wärmepumpe und dem Fußbodenheizungssystem. Fehler hier führen zu Wasserverlusten, Druckabfall und im schlimmsten Fall zu Schäden am Estrich.
Rücklauf 25–45 °C
G 1"
regelung
Edelstahl DN 25
Ø 16–20 mm
Rohr im Estrich
Schritt-für-Schritt: Die 8 kritischen Montagephasen
| Schritt | Tätigkeit | Norm / Wert | Häufiger Fehler |
|---|---|---|---|
| 1 – Position | Verteilerkasten in Außenwandnähe montieren; Zuleitungslänge minimieren | VDI 6000: max. 10 m Zuleitung | Zu weit von Heizung: unnötige Druckverluste |
| 2 – Wandmontage | Kasten mit min. 4 Dübeln, 100 mm Tiefe für Inspektionszugang freihalten | DIN 18380 | Kasten zu flach: Schläuche knicken |
| 3 – VL / RL Anschluss | VL oben (rot), RL unten (blau); G-1"-Gewinde mit min. 8 Lagen PTFE-Band | VDI 6000, G 1" EN ISO 228 | Zu wenig PTFE → Mikroleck nach Wochen |
| 4 – Heizkreisschläuche | PE-RT Ø 16 mm mit Eurokegel-Verschraubung; Biegeradius ≥ 8×d | EN ISO 15875 | Scharfe Knicke an Verteiler-Abgängen |
| 5 – Füllung | Jeden Kreis einzeln füllen, Entlüfter am Verteiler öffnen; System muss blasenfrei sein | Min. 1,5 bar Fülldruckt | Luftblasen bleiben → ungleiche Erwärmung |
| 6 – Druckprüfung | Druck auf 6 bar erhöhen (Kalttest); 24 h halten — kein Abfall erlaubt | DIN EN 1264-4: 6 bar / 24 h | Nur 2–4 bar geprüft → versteckte Leckagen |
| 7 – Protokoll | Druckprüfprotokoll ausfüllen (Datum, Ausgangsdruck, Enddruck, Prüfer) | DIN 18560: Dokument für Estrich | Kein Protokoll → Gewährleistungsprobleme |
| 8 – Einregulierung | Flowmeter je Kreis auf Zieldurchfluss einstellen (l/h nach Heizlastberechnung) | GModG § 60 (früher GEG) | Alle Kreise gleich aufgedreht → kalt/warm ungleich |
Druckprüfung: Werte, Protokoll und häufige Fehler
DIN EN 1264-4
ohne Druckabfall
in 24 Stunden
Nach der Druckprüfung darf das Wasser nicht ablassen — der Druck bleibt im System bis zum Abschluss des Estricheinbaus. Der Estrichleger muss das Druckprüfprotokoll erhalten, da er sonst die Gewährleistung für Estrichschäden ablehnen kann.
- Druckprüfprotokoll nach DIN 18560 ist Pflichtdokument für den Estrichleger
- Ohne Protokoll: keine Gewährleistung durch den Estrichbetrieb
- Kopie ans Bautagebuch und an den Bauherren aushändigen
- Bei Sanierung (GModG § 60): Protokoll als Nachweis für die Effizienzmaßnahme aufbewahren
Die 6 häufigsten Montagefehler und wie Sie sie vermeiden
Mindestens 8 Lagen PTFE-Dichtband am G-1"-Gewinde. Bei Edelstahl-Verteiler immer mit Hanffaser plus PTFE kombinieren für dauerhafte Dichtheit.
Vorlauf (rot, heiß) zwingend oben, Rücklauf (blau, kälter) unten. Vertauschung führt zu Luftproblemen und ineffizienter Wärmeverteilung.
Kastenmaß mindestens: Breite = Verteilerbreite + 10 cm, Tiefe = 10 cm (Schlauchbiegung). Zu enge Kästen zwingen Schläuche in unzulässige Biegeradien.
Jeden Kreis einzeln füllen und durch Entlüftungsventil am Verteiler vollständig entlüften. Restluft führt zu kalten Stellen und ungleichmäßiger Beheizung.
Regionale Besonderheiten: Deutschland, Österreich, Schweiz
In Deutschland gilt seit Juli 2026 das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) statt des früheren GEG. § 60 GModG schreibt für alle Gebäude mit zentraler Wärmeversorgung den hydraulischen Abgleich vor — die Druckprüfung und Flowmeter-Einstellung am Verteiler ist damit gesetzliche Pflicht bei Neuinstallation und Sanierung. In Österreich gilt OIB-Richtlinie 6, in der Schweiz SIA 384.
- →Schritt 1: Verteilerkasten in Wandnische einpassen, waagerecht ausrichten und mit Dübeln befestigen
- →Schritt 2: Kugelhähne (Vorlauf oben / Rücklauf unten) mit PTFE-Dichtband an Verteiler anschrauben
- →Schritt 3: Verteiler in den Kasten einsetzen, Halterungen einrasten lassen
- →Schritt 4: FBH-Rohre (Vor- und Rücklauf) der Reihe nach an die Verteileranschlüsse anschließen — Kreise beschriften!
- →Schritt 5: System über den Kugelhahn langsam mit Wasser befüllen, alle Kreise einzeln entlüften
- →Schritt 6: Druckprüfung mit Handdruckpumpe auf 6 bar für 30 Minuten durchführen — kein Druckabfall = dicht
- →Schritt 7: Stellantriebe (E30NC-230) auf alle Verteilerabgänge aufschrauben, Kabel zu Raumthermostaten verlegen
- →Schritt 8: Flowmeter auf Richtwert einstellen (0,5–2,5 l/min pro Kreis je nach Raumgröße) und Heizung in Betrieb nehmen
Achtung – Fachmann empfohlen
Gewindeanschlüsse ohne ausreichend PTFE-Dichtband (mind. 12 Lagen) führen zu schleichenden Undichtigkeiten — besonders an G 1"-Gewindeanschlüssen.
Achtung – Fachmann empfohlen
Druckprüfung auf 6 bar MUSS vor dem Schließen der Wandnische oder vor dem Einputzen durchgeführt werden — nachträgliche Reparaturen sind aufwändig.
Häufige Fragen zur Heizkreisverteiler-Montage
Edelstahl-Heizkreisverteiler & Zubehör


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