Grundlagen: Warum die Kreisanzahl entscheidend ist
Werkzeug & Hilfsmittel
- →Rohrzange oder Wasserpumpenzange (für G 1"-Anschlüsse)
- →PTFE-Dichtband (Gewindedichtband, min. 12 Lagen)
- →Handdruckpumpe für Druckprüfung (0–6 bar, Manometer integriert)
- →Entlüftungsschlüssel oder Flachschraubendreher für Entlüftungsventile
- →Wasserwaage (für horizontale Ausrichtung des Verteilers)
- →Dübel & Schrauben (M6, für Verteilerkasten-Wandmontage)
Das müssen Sie vor der Berechnung wissen
- →Verteilerposition festlegen: max. 20 m vom Heizkessel/WP, zentral zu allen Heizkreisen — minimiert Rohrlängen und Druckverlust
- →Vorlauffühler im Zuleitungsrohr vorhanden oder geplant? (für Kesselregelung Pflicht)
- →Alle Fußbodenheizungsrohre verlegt und zugänglich? Erst nach Estrich-Verlegung und Trocknungsphase montieren
- →Wandnische für Unterputz-Kasten ausgestemmt oder Wandfläche für AP-Montage freigelegt
- →Strom 230V in Reichweite für Stellantriebe und Raumthermostat-Kabel (wenn gewünscht)
Kreise berechnen: Tabellen, Formeln und Gebäudetypen
Wieviele Heizkreise brauche ich für meine Fußbodenheizung? Diese Frage stellt sich bei jedem Neubau und jeder Sanierung. Zu wenig Kreise bedeuten ungleichmäßige Erwärmung; zu viele sind unnötiger Aufwand. Die richtige Kreiszahl hängt von Rohrabstand, Raumgröße und Heizlast ab.
(15 cm Rohrabstand)
PE-RT Ø 16 mm
zwischen Kreisen
Kreisanzahl nach Raumgröße: Die Praxistabelle
| Raumgröße | Rohrabstand 10 cm | Rohrabstand 15 cm | Rohrabstand 20 cm |
|---|---|---|---|
| bis 10 m² | 1 Kreis | 1 Kreis | 1 Kreis |
| 10–16 m² | 1 Kreis | 1 Kreis | 1 Kreis |
| 16–24 m² | 2 Kreise | 1–2 Kreise | 1 Kreis |
| 24–35 m² (Wohnzimmer) | 3 Kreise | 2 Kreise | 1–2 Kreise |
| 35–50 m² | 4–5 Kreise | 3 Kreise | 2 Kreise |
| 50–80 m² | 6–7 Kreise | 4–5 Kreise | 3 Kreise |
Hinweis: Bei Randzonen (Außenwände, Glasfronten) empfiehlt sich ein engerer Rohrabstand (10 cm) — dies erhöht die Kreisanzahl. Nassräume (Bad, WC) immer als eigenen Kreis planen.
Kreislänge und Kreisanzahl berechnen: Die Formeln
L_Rohr [m] = (Raumfläche [m²] ÷ Rohrabstand [m]) + 2 × Zuleitungslänge [m]
2. Kreisanzahl:
n_Kreise = AUFRUNDEN(L_Rohr gesamt ÷ 120)
3. Kreise je Raum:
n = AUFRUNDEN(Raumfläche ÷ Fläche_je_Kreis)
Einflussfaktoren auf die Kreiszahl
| Faktor | Wirkung auf Kreisanzahl | Empfehlung |
|---|---|---|
| Rohrabstand | 10 cm → doppelt so viele Meter → mehr Kreise nötig | 15 cm Standard, 10 cm bei Randzonen |
| Deckenaufbau (Estrich/Trocken) | Trocken: max. 100 m empfohlen; Estrich: bis 120 m | Je Einbausystem prüfen |
| Wärmequelle | WP: engerer Abstand für mehr Fläche → niedrigere VL-Temp. | 10–15 cm bei WP-Anlage |
| Raumaufteilung | Jeder Raum idealerweise eigener Kreis (Einzelraumregelung) | GModG § 61 Einzelraumregelung |
| Gebäudetyp | EFH: meist 5–10 Kreise; ETW: 2–5 Kreise; MFH: je Etage 6–12 | Heizlastberechnung DIN EN 12831 |
Verteilergrößen-Empfehlung für typische DACH-Gebäudetypen
Typisch 7–9 Kreise. Empfehlung: 8-Kreis-Verteiler. 1 Kreis je Raum (Wohnzimmer evtl. 2), Rohrabstand 15 cm, PE-RT 16 mm.
Typisch 4–6 Kreise. Empfehlung: 4- oder 6-Kreis-Verteiler. Bad, WC, Küche, Wohnen, Schlafen je eigener Kreis.
Rohrabstand 10 cm wegen flachem Aufbau → mehr Kreise. Für 80 m²: 6–8 Kreise. Rohrlänge je Kreis max. 80 m bei Ø 14 mm.
Engerer Rohrabstand (10 cm) für maximale Heizfläche → niedrigere Vorlauftemperatur → höherer COP. Mehr Kreise einplanen.
- § 61 GModG (vorher § 61 GEG): Jeder Raum muss einzeln regelbar sein
- Lösung: Ein Heizkreis je Raum + Thermostat = GModG-konform
- Mehrere Kreise in einem Raum ohne separate Regelung: GModG-Verstoß
- Ausnahme: Räume unter 6 m² dürfen gemeinsam geregelt werden
- In Österreich gilt ÖNORM B 8130, in der Schweiz SIA 382 sinngemäß
- →Schritt 1: Verteilerkasten in Wandnische einpassen, waagerecht ausrichten und mit Dübeln befestigen
- →Schritt 2: Kugelhähne (Vorlauf oben / Rücklauf unten) mit PTFE-Dichtband an Verteiler anschrauben
- →Schritt 3: Verteiler in den Kasten einsetzen, Halterungen einrasten lassen
- →Schritt 4: FBH-Rohre (Vor- und Rücklauf) der Reihe nach an die Verteileranschlüsse anschließen — Kreise beschriften!
- →Schritt 5: System über den Kugelhahn langsam mit Wasser befüllen, alle Kreise einzeln entlüften
- →Schritt 6: Druckprüfung mit Handdruckpumpe auf 6 bar für 30 Minuten durchführen — kein Druckabfall = dicht
- →Schritt 7: Stellantriebe (E30NC-230) auf alle Verteilerabgänge aufschrauben, Kabel zu Raumthermostaten verlegen
- →Schritt 8: Flowmeter auf Richtwert einstellen (0,5–2,5 l/min pro Kreis je nach Raumgröße) und Heizung in Betrieb nehmen
Achtung – Fachmann empfohlen
Gewindeanschlüsse ohne ausreichend PTFE-Dichtband (mind. 12 Lagen) führen zu schleichenden Undichtigkeiten — besonders an G 1"-Gewindeanschlüssen.
Achtung – Fachmann empfohlen
Druckprüfung auf 6 bar MUSS vor dem Schließen der Wandnische oder vor dem Einputzen durchgeführt werden — nachträgliche Reparaturen sind aufwändig.
Häufige Fragen zur Heizkreisverteiler-Montage
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